Ab 19. Juli bis 22. November 2026
„Ein Koffer voll Heimweh – Alltag in der Kinderkur“ – Neue Sonderausstellung in den Westfälischen Salzwelten:
Seit 2021 können Besuchende bereits das fiktive achtjährige Kurkind Petra auf einer digitalen Tour durch ihren Alltag begleiten.
2026 folgt nun eine Themenausstellung, die die Kooperation der Westfälischen Salzwelten mit dem historischen Seminar der Universität Münster weiterführt. Die Ausstellung zeigt, wie der Kurort aufgrund seiner Nähe zum Ruhrgebiet schon früh zu einem Zentrum für Kindererholungsheime wurde – ein Ort, der Arbeiterkindern frische Luft, eine kräftigende Ernährung und Abstand vom harten Leben in den Industriekernen bieten sollte.
Anhand von Alltagsobjekten, Dokumenten und persönlichen Geschichten wird sichtbar, wie ein Kinderkuraufenthalt zwischen Erholung, guten und schlechten Erfahrungen schwankte. Vor allem strenge Regeln, Heimweh und erzieherischer Druck, sich anzupassen, prägten den Alltag vieler junger Kurkinder. So entsteht ein vielschichtiges Bild einer historischen Praxis, die Fürsorge und Belastung zugleich bedeutete.
Ergänzend zeigt die Ausstellung Arbeiten des Fotografen Max Brugger. Brugger setzt sich in seinen Arbeiten mit den individuellen Geschichten der Betroffenen auseinander. Seine Porträts verknüpfen das Vergangene mit der Gegenwart. Emotional und individuell.